Dieses Sich-von-Link-zu-Link-Hangeln…

… hatte ich, wenn ich mich recht entsinne, schon einmal als gar nicht so üble Methode des Sammelns von Informationen erörtert (wobei ich trotzdem und erst recht bei meiner Selbstkritik bleibe, meine Viertel- oder Achtelbildung betreffend), und gestern habe ich, über ein halbes Dutzend Links, den Hinweis gefunden, wie die Moralphilosophie der alten Griechen und Römer das Böse gesehen hätte, nämlich nicht als bösen Willen, sondern als Mangel an Sein, an lebendig Sein…

Das geht jetzt seit gestern in mir um, und mit einiger Wahrscheinlichkeit werde ich dazu noch etwas schreiben, weswegen ich den Gedanken hier notiert habe; ich bitte um Verständnis, herbe Dame Welt!

sockenstrauch

PS: Das Bild hat nichts mit dem Text zu tun, sondern dient nur der kulturellen Umrahmung; in dem schon mittelkürzlich von mir erwähntem Buch „Sterntagebücher“  hat Stanislaw Lem in einer Geschichte von Feldern erzählt, auf denen Möbel und andere Einrichtungsgegenstände angepflanzt und nach ausreichendem Wachstum geerntet wurden, und ich bin überzeugt, dass es irgend etwas Derartiges irgendwann geben wird; hier nun ein weiterer Versuch in dieser Richtung, der gemeine Sockenstrauch (frutex sapiens Käsefuß).

Aha – Arni ist als Kind verdroschen worden.

Was man hieraus entnehmen kann.* Höre ich jemanden sagen, der hätte es trotzdem geschafft, trotz dieser Misshandlungen usw.? – Ja, ein Fünkchen Wahrheit ist da auch drin, wie in allen Sprüchen, die auf den ersten Blick als Klischee erscheinen. Einige haben es geschafft, sich aus derart „durchstrukturierten“ Milieus, wie Militärfamilien, -häusern oder gar -siedlungen usw., zu lösen, und die waren dann sehr erfolgreich, z. B. Loriot.** Andere sind runter gebrannt, wie Wladimir Wyssozki (Ost) oder Jim Morrison (West). – Was mich betrifft, so möchte ich schweigen (ja, tatsächlich)…

Hätte sich vielleicht sogar positiv ausgewirkt, wenn die getauscht hätten (sorry, ich komme aus dem Osten, da gab es keine US-Präsidenten)… – Aber das am Rande und nebenbei (und die Ursprungsdatei des Bildes ist gemeinfrei, noch nebenbeier).

** Die Menschenmännchen-Angstphantasie – schwul (ich kann da mitreden, denn ich neige zum Lesbischem). Krass! Sicher aber gibt es in irgendeinem Paralleluniversum eine Erde, auf der die seelische Entwicklung mit der technischen Schritt gehalten hat (korrekt – das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen!)
** Trotzdem dieses (nicht nur bei ihm) immer wieder auftretende leise schlechte Gewissen; zu seiner Dozententätigkeit an der damaligen HdK hat er angemerkt, das wäre die einzige richtige Festanstellung seines Lebens gewesen. Hihi.

Noch ein Gedanke, bevor er wieder weg ist

Wenn ich das richtig verstanden habe (es kann sein, dass ich jetzt in sumpfiger Esoterik versinke, ich bin mir da sehr unsicher), scheint immer mehr Leuten immer öfter, dass unerklärliche Erscheinungen wie zum Beispiel unglaubliche Synchronizitäten gewissermaßen makroskopische Entsprechungen von Verbindungen auf Quantenebene sein könnten; man benutzt hier, glaube ich, in der Tat das Wort „Verschränkungen“; ich lasse das jetzt stehen; wie mehrfach bemerkt, geht mir meine Viertel- oder Achtel-Bildung selbst auf den Zeiger.

Wenn dem aber so wäre wie eben oben angedeutet, dann könnte es doch sein, dass Verrichtungen wie Vogelschau, Entwicklungen „lesen“ aus Sternenkonstellationen oder Eingeweiden usw. nicht zwingend blödsinnig sein müssen, vielmehr es vielleicht Leute gäbe, die Übereinstimmungen zwischen „kleinen“ und „großen“ Mustern und Strukturen im Weltall „nur“ besonders gut wahrnehmen könnten, wobei auch hier wieder die Option offen bliebe, dass das vielleicht jeder könnte, dass „nur“ noch nicht oder auch nicht mehr jeder Zugang dazu hätte.

So was, in der Art… Ich wollte das halt mal notieren und hiermit hätte ich notiert, und: nein, ich wünsche nicht, auch nicht im Unbewusstem, als Hellseher in speckigen Spelunken aufzutreten usw.

Wieder etwas Dinostalgie

Vor einigen Tagen habe ich mir bei booklooker  dieses Buch geordert (so sagt man, man sagt „geordert“), und darin ist ein Text enthalten, der für mich während meiner körperlichen Jugend, etwa mit 16, eine Art Reliquie darstellte, die ich dementsprechend hütete. Der Text ist ein Porträt und heißt „Laura Marie“, und Steineckert nimmt darin die Geburt ihrer Enkelin zum Anlass, sehr viele kluge Sätze zum bekackten Thema Erziehung zu sagen. Ich hatte mir damals einen Auszug aus diesem Text aus der Frauenzeitschrift „Für Dich“  ausgeschnitten (ich war ein ganz nettes Mädchen, wie gesagt), und den dann tatsächlich wie einen Schatz ge- oder verborgen. Bevor ich wieder in weitschweifige Erörterungen abtauche, hier „einfach“ ein paar Zitate.

Niemand bestreitet, dass Wissen, Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden müssen. Das gehört zur Erziehung, und zur Erziehung gehört auch die Autorität der Erzieher. … Leider aber erheben viele von Ihnen das eigene Mittelmaß zum Maßstab. Sie glauben, dass ihr eigener Geschmack, ihre eigenen Neigungen und ihre Vorstellungen das höchste erreichbare Ziel darstellen.
(Gisela Steineckert, „Gesichter in meinem Spiegel“, Verlag Neues Leben, Berlin 1977, Seite 68)
 
Es gibt Dinge, die man zu keinem Menschen sagen darf, ohne ihn für immer zu verlieren. Dergleichen sagen Eltern zu ihren Kindern und erwarten, durch Liebkosungen und Unterwürfigkeit besänftigt zu werden. Würden dieselben Eltern erfahren, dass ihre Kinder sie ebenfalls insgeheim mit Tiernamen bezeichnen, sie würden die Welt nicht mehr verstehen, und darauf verweisen, wie viel Geld sie Weihnachten ausgegeben haben. (ebd., Seite 70)
 
Wann beginnt das Schöpferische im Menschen? Wenn er endlich erwachsen ist und von ihm erwartet wird, er möge nun freudig entscheiden und Fähigkeiten eines Leiters zeigen, sozusagen „von nun an“? Es beginnt mit unserem Leben. Und kann siebzig Jahre alt werden oder neunzig, es kann unsterblich werden, weit über das eigene Leben reichen, es kann auch zerstört sein, noch ehe wir lesen und schreiben können. Ob Genies sich in jedem Fall durchsetzen, weiß ich nicht. Es interessiert mich auch weniger als meine Beobachtung, dass das Schöpferische im Menschen durch gewöhnlichen Umgang, ganz ohne dramatische Akzente, beschädigt und zerstört werden kann. … Das alles zu wissen, bedeutet noch nicht, es im Alltag auch in jedem Moment besser zu machen. Ein Moment kann viel sein. Ich fürchte die Momente der Unachtsamkeit, Laura Marie. (ebd., Seiten 70/71)

Drei Fragen gehen nach meiner erneuten Lektüre des Textes nach ca. 40 Jahren in mir um. Die erste, die aus den grandiosen letzten Sätzen der eben oben eingefügten Zitate folgt, ist die schon mehrfach von mir gestellte, ob ich es besser machen könnte und würde, hätte ich Kinder.

Die zweite Frage ist, warum Leute nicht gesehen  wurden, die offenbar begriffen haben, und es auch angesprochen, warum die Karre in den Dreck gesetzt wurde; ich bin immer von der Rolle, feststellen zu können und zu müssen, dass es die gegeben hat. Das bezieht sich jetzt auf einen meiner Lieblingsgedanken, dass nach dem Schaffen einer materiellen Basis die Befreiung von Unterdrückung  auf der Ebene hätte beginnen sollen, die den Menschen als Menschen ausmacht, nämlich auf der psychischen Ebene, und was ich damit meine, wird gerade im Text von Steineckert deutlich. An dieser Stelle haben die Bürger Genossen aber nicht angefangen, sondern aufgehört mit der Befreiung; allerdings hätten sie auch sofort einen Textbaustein als Widerrede zur Hand und im Mund gehabt, „Es handelt sich um Überbleibsel der alten Gesellschaft, die wir im Zuge unserer Entwicklung gesetzmäßig überwinden werden!“ Bla Bla.

Die dritte Frage resultiert aus der zweiten… Warum tun „unsere kapitalistischen Menschen“, siehe die Glücksdetektivin oder Robert Betz u. v. a., andauernd etwas von dem, was im „realen Sozialismus“  von unseren sozialistischen Menschen  hätte getan werden sollen, um einen realen Sozialismus entstehen zu lassen (bitte die Anführungsstriche beachten)?

Wahrscheinlich aber will ich gar keine Antworten, sondern wollte nur wieder meinen Geltungsdrang halbwegs angemessen ausleben, was ich hiermit nun getan hätte; auch sieht sich der Klient neuerlich, im Unbewusstem, als Arbeiterführer; bitte verständigen Sie gegebenenfalls die Gemeindeschwester oder den Leiter des örtlichen Gnadenhofes.

… den Song haben die 1990 oder so geschrieben…

Vielleicht wäre das ’ne vernünftige Gesellschaft – eine, in der man auf die Dichter hört… Hihihi – süüüüüß, uns‘ Opa wieder…

Der von mir fortwährend im schriftlichem Munde (oder so ähnlich) geführte Begriff „DaDaeR“  ist übrigens auf die eben oben präsentierten gar artigen Musikanten zurückzuführen; falls das Jemanden interessiert…