(… es weiß mal wieder was…)

Mehrfach habe ich versucht, mit Leuten darüber zu reden, von denen anzunehmen, dass sie sich mit so was auskennen  würden, keineswegs unrealistisch erscheinen dürfte, aber… – ach… Bei einem Befragtem wusste ich nicht recht, ob da nun die Persönlichkeitsstörung, die psychotische Störung oder die geflissentliche Einnahme mental illuminierender Substanzen wirkte, oder alles zusammen, denn der Mann verstieg sich dann gar zu Aussagen etwa des Inhalts, Schneerson wäre ein jüdischer Faschist usw., was ich gar nicht vorrangig als Vorwurf anbringe, denn, korrekt, jeder hat die Freunde, die er verdient, und, richtig, deshalb habe ich eher keine, *hüstel*…

Was ich sagen will (ich kann mich nicht so ausdrücken, wir hatten im Osten zu wenig Buchstaben), ist, dass ich immer wieder überrascht bin, von drei Strömungen oder Richtungen oder was auch immer des Judentums zu hören oder zu lesen, orthodox, konservativ und liberal; es gibt aber noch eine vierte Richtung oder Strömung, den Rekonstruktionismus, und dazu findet man dann etwa Folgendes…

Diese kleinste innerjüdische Bewegung wurde in den 20iger Jahren dieses Jahrhunderts von Mordechai Kaplan in den Vereinigten Staaten ins Leben gerufen und als Ergänzung zur konservativen Bewegung gedacht. Seine Philosophie weist die Idee eines übernatürlichen g-ttlichen Wesens zurück. Er versteht G-tt stattdessen als Macht, Energie oder Prozessgeschehen, das die Summe aller positiven Kräfte ist, die Leben ermöglichen und entfalten. (Quelle, die Hervorhebung durch Fettdruck erfolgte koskatöricht)

Das finde ich mindestens sehr interessant, und ist das nicht eine coole Formulierung, „mindestens sehr interessant“, die hat doch voll was Literarisches, nicht wahr, wie ich überhaupt glaube, dass womöglich mit verschiedenen Bezeichnungen wie Chi, Prana, Voodoo, Orgon, Jahwe, Heiliger Geist, morphisches Feld usw. usw. usf. vielleicht dasselbe gemeint sein könnte; und nicht, dass ich mir einbilde, als Erster diesen Gedanken gehabt zu haben, vielmehr wollte ich andeuten, dass er auch mir gekommen wäre, so dass ich für den Fall, dass es dieses Große Klassenbuch  gibt, um den geflissentlichen Eintrag eines transzendenten Bienchens bitten möchte und hiermit auch bitte…

bienchen
© Die Ursprungsdatei des Bildes ist gemeinfrei.

*Hüstel*… – Es besteht kein Grund zur Beunruhigung, ich bin Theoretiker, wie schon ein supercooles Frollein Jugendfreundin 1984 im Hirschkindergarten anmerkte, rote Haare bis unter das Steißbein*, wir berichteten mitteloft; allein, hiermit hätte ich nun etwas aufgeschrieben, das mir auch bereits wieder seit Längerem durch die Gehirngänge schlurft (man schlurft, altersbedingt)…

* „Wozu brauchst Du den Beißstein?“ – „Ich sah ihr auf das Steißbein!“… äh… – sorry!

„Epochen-Verschleppung“

Ein grandioses Wort von Gregor von Rezzori… Manchmal scheint ein Wort zu genügen, um zu zeigen, dass der Wortschöpfer einen Blick  hat, und das gilt natürlich auch für Wortschöpferinnen, etwa Christa Wolf mit „Kindheitsmuster“  (aber dazu ein anderes Mal, ganz vielleicht).

Natürlich ist mir klar, dass man (man, nicht nur ich, Frau Dr. Anna Lyse!), immer „passende“ Details da draußen findet, wenn man erst einmal Wahrnehmungsmuster entwickelt hat, die dazu beizutragen scheinen, in der Welt einigermaßen klar zu kommen, und dennoch und erst recht bin ich immer wieder verblüfft über solche Beobachtungen und Wahrnehmungen.

Dergleichen erlebe ich zudem nicht nur bei Werken, die erklärtermaßen quasi anachronistisch sind, wie etwa „Fanny und Alexander“  oder „Grand Budapest Hotel“*, sondern auch völlig unerwartet, zum Beispiel bei der televisionären Wahrnehmung der Winkelgasse in der Welt von Harry Potter, als ich so schnell und deutlich wie noch nie den Gedanken hatte, da würde nicht nur eine fantastische Welt kreiert, sondern auch oder vor allem eine untergegangene Welt rekonstruiert, und zwar vor allem atmosphärisch, nicht nur, was das „Bühnenbild“ anging usw.

Bei „Syberia“ scheint mir das noch deutlicher, und der irgendwie doch, igitt, dialektische  Witz scheint darin zu bestehen, dass gerade bei bzw. mit aktuellen Hochtechnologien diese Epochen-Verschleppung praktiziert wird; das ganze Game verströmt dieses Flair einer verlorenen Welt.

Ich weiß, dass das resigniert, fatalistisch, vielleicht zynisch usw. klingt, aber diese meine Wahrnehmungen beim Lesen und Filmsehen scheinen mir immer wieder zu bestätigen, dass nach dem Untergang des Bürgerlichen („bürgerlich“ im besten, progressivem Sinne des Wortes!), nach dem „Fallen des Vorhangs“  (Thomas Mann), nichts Ähnliches oder gar Gleichwertiges entstanden ist, oder vielleicht besser gesagt, entwickelt wurde; es gab diese zwei grotesken Großversuche in Braun und in Rot, und jetzt leben wir in einer Patchwork-Kultur, in der in abertausenden Cover-Versionen in Jahrtausenden angesammelte Kulturwerte… äh… verarbeitet werden.

* Übrigens kein Tippfehler – das Teil heißt in der Tat nicht „Grand Hotel Budapest“

(… beinahe wieder bisschen besser als das Original…)

Mittelkürzlich habe ich das audiovisuelle Kommunikat rezipiert, und es hat mich ja wieder gerissen; natürlich waren die Mosaik-Hefte grandios, ohne Ironie gesprochen bzw. geschrieben bzw. getippt, aber ich habe dennoch ein ganzes Universum verpasst, das der Comics; inzwischen gibt es Leute, die Comic studieren und dann im mehrfachem Sinne phantastische PC-Games „zeichnen“

Ach, es gibt sie, die schönen Dinge auf dieser Welt – von Menschinnen rede ich besser erst gar nicht…

„Kleines Haus am… äh… – auf dem Hinterhof…“

kleineshausaufdemhof

Bisschen sauer bin ich wirklich (bisschen schwanger, chch), dass in den vielen Monden, in denen ich in psycho- und sozialtherapeutischen Feldern leibhaftig erschienen bin, niemand mich darauf hingewiesen hat, dass betreutes Einzelwohnen nach meiner Vorgeschichte als Wohnungsirrer  eine ideale Lösung des Marginal-Personen-Unterbringungsproblems sein könnte, das in meiner Gestalt in die Kommunen poltert; es hätte da gar keiner kommen müssen, ein- oder zweimal die Woche oder alle zwei Wochen oder wie auch immer, um nach dem Rechten zu sehen, denn allein die Gewissheit, dass da wer wäre im Hintergrund, hätte eine gewisse „Landung“ bewirkt; wirklich da und zu Hause werde ich mich in diesem Leben eh‘ nicht mehr fühlen, aber das ist dann eben so…

(… mein System Ubw sucht nach einem Katzenmädchen Katt…) … (… ?…)*

Ich bin in einem Raum, der mir bekannt vorkommt, den ich aber nicht wirklich identifizieren kann; es könnte mein Zimmerchen in diesem Fasangartenhaus sein. S., ein Mitschüler in der vierten bis zehnten Klasse, hat sich in einen Sessel gelümmelt und die Beine auf den Tisch gelegt, und zwar demonstrativ übertrieben. Das ist ein Tagesrest; ich habe gestern auf einer Map das Haus „besichtigt“, in dem S. gewohnt hatte, unter anderem und zunächst, einen Block neben meinem, auf der anderen Straßenseite.

Der Auftritt von S. wundert mich schon im Traum, denn derjenige, der mich damals als in der Spur festgefahren wahrnahm und mich zu rocken  versuchte, war eigentlich K., der in dem Block gegenüber dem von S. wohnte; der ist, zum Beispiel, in mein Elternhaus gelatscht, obwohl ich, ach Gottchen, keinen rein lassen sollte, und hat sich dann in dieser Saloon-Pose im Kinderzimmer positioniert, um den zivilcouragierten Rebellen in mir zu wecken, aber, ach, ich hatte doch längst die innere Kündigung  getätigt, unbewusst und damit umso wirksamer

Dann sitze ich an einem Schreibtisch am oder unterm Fenster; das könnte in PAF sein, in meinem Zimmer über dem PROP, für dessen Klienten man mich offenbar des Öfteren gehalten hat. Ich halte den Herrn Schnurrefix Ramses in den Armen und bin, Überraschung, begeistert. Aber irgend etwas ist mit seinen Augen; das ist wieder ein Tagesrest, ich habe gestern oder vorgestern bei YouTube ein audiovisuelles Kommunikat über und mit Meister Hohlbein rezipiert; der sitzt stundenlang da und spinnt sich Einen an, der darf das, weil er Erfolg hat. Dann dreht der Kater betont langsam den Kopf und ich stelle fest, dass er ein zweites Gesicht  hat; ich bin schon im Traum ratlos und wache auf.

Gott ist tot – und ich habe auch dauernd diese Schwindelanfälle! Guten Tag, zahlreich Abwesende!

* Igitt – U-Literatur

(… das wird ’n Intensivkurs „Herbst“, diesen Herbst…)

Heute Nacht wurde mir Mutti  erschienen, ohne handgemachte Raute und regierungssystematisch adlersturzfliegende Mundwinkel, aber wie immer gut gekleidet, und irgendwie kam es, wieder einmal, nur zu ansatzweisem Kontakt; ich glaube, das war die Traumprüfung zum Gespräch, das ich vorhin hatte, quasi mit der „Kanzlerin vor Ort“, denn für wen steht  die Traum-Merkel, und in dem mir ein Vorschlag gemacht wurde, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte und über den ich jetzt erst einmal nachdenken sollte und werde, bevor ich die üblichen drei bis siebzehn Seiten zum Thema vorlege.