„Man sollte eigentlich… “ – viel mehr Bobrowski lesen… Hä-ähm!*

Pruzzische Elegie

Johannes Bobrowski

Dir ein Lied zu singen, hell von zorniger Liebe –
dunkel aber, von Klage bitter,
wie Wiesenkräuter nass,
wie am Küstenhang die kahlen Kiefern,
ächzend unter dem falben Frühwind,
brennend vor Abend –

deinen nie besungnen Untergang,
der uns ins Blut schlug einst,
als die Tage alle voll hingen noch
von erhellten Kinderspielen, traumweiten –

damals in Wäldern der Heimat
über des grünen Meeres schaumigem Anprall,
wo uns rauchender Opferhaine Schauer befiel,
vor Steinen, bei lange eingesunknen Gräberhügeln,
verwachsnen Burgwällen, unter der Linde,
nieder vor Alter, leicht –
wie hing Gerücht im Geäst ihr!
So in der Greisinnen Lieder tönt noch,
kaum mehr zu deuten, Anruf der Vorzeit –
wie vernahmen wir da modernden, trüb verfärbten
Nachhalls Rest!

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