Wenn man wütend wird…

… wird die Feldstruktur erschüttert und neu geordnet, das hält aber nicht lange vor, d. h., wenn man Veränderung anstrebt, muss man die unmittelbar nach dem Ausbruch des heiligen Zorns des Lebendigen angehen, sonst reorganisieren sich die alten Muster. Wahrscheinlich würden Etliche das als Eso-Pampe abtun, aber ich beschreibe einfach meine Erfahrung.

Ich hoffe jedes Mal, dass ich zum letztem Mal ausgetickt bin, aber leider scheint es mir in diesen Augenblicken, dass die Diagnose „Emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typus“  doch zutreffen könnte, die ich arroganter Weise immer wieder anzweifele, die mir aber ein damaliger Oberarzt und heutiger Chefarzt gestellt hat, und wenn der Doktor das sagt, *hüstel*. Mir scheint schizotypische Persönlichkeitsstörung zutreffend, und ich glaube, dass diese Diagnose jeder bestätigen müsste, der mich kennt und auch nur die einschlägigen Beiträge bei Tante Wiki gelesen hat, falls mich jemand kennt und sich nicht nur alle an mich gewöhnt haben; aber das am Rande und nebenbei und noch umrandender die Anmerkung, dass mein Vater immer wieder erzählt hat, dass mein Großvater, den ich gar nicht kenne, immer wieder von Jähzorn gebeutelt worden wäre. Was’n das?

erste_kastanie_2016
Meine Erste 2016…

Ich laufe herum wie Falschgeld. Die Formulierung passt dieses Mal besonders gut, weil ich eigentlich meine Münzsammlung in einer innerstädtischen Filiale der Postbank abgeben wollte. Ich bin in der Filiale gar nicht angekommen… Heute hätte ich in Berlin eine Wohnung besichtigen können, und zwar nicht irgendwo, sondern in der Wohnmaschine, dem Corbusier-Haus, ha! Aus Gründen, die ich vergessen habe, bin ich mit etwa 15 in der Stadtbibliothek in Hütte  an einen Prachtband über Le Corbusier gekommen und habe, was für ein Wortspiel, Bauklötze gestaunt; ich habe das zwar für mich behalten, immerhin, aber durchaus etwas gedacht wie, dass der faulende Kapitalismus  prächtige Sumpfblüten treiben würde; mit anderen Worten war auch ich schon immer im Widerstand, *hüstel*.

IM000622.JPG
Mittlerweile versuchen sich immer mehr Züchter am
Gemeinem Sockenstrauch (frutex sapiens Käsefuß)

Wieder einmal habe ich mich mit dem Mut der Verzweiflung auf eine Wohnungsanzeige im Net gemeldet, und war überzeugt, dass der Makler sich wahrscheinlich veräppelt vorkommen würde, weil ich offen gelegt hatte, dass ich wohnheimlich benotunterkunftet wäre, erst einmal voll krass hartzen müsste usw., aber gemach, Herr Michel; der Mann meldete sich per Mail, und ich habe ihn angerufen und er teilte mir den heutigen Besichtigungstermin mit. Meine Chancen schienen ganz gut, weil es mit mir 5 Bewerber gab; in M hätten bei einer ähnlichen Wohnung, ich habe dergleichen erlebt, die Interessenten von der vierten Etage bis vor den Hauseingang Schlange gestanden, was mir als Absolvent der DaDaeR allerdings durchaus behagte, denn ich gehe immer mit gutem Beispiel hinterher.

Eine Sprungmarke??? – Wahrscheinlich… Die üblichen Zeichen gingen gestern schon auf dem Weg zu besagter Filiale los; ich bin zunächst zu Fuß gegangen, um, Überraschung, Zahlungsmittel zu sparen. Ich hätte auch wieder etwas riskieren müssen, denn ich würde zwar die Tickets für den Fernbus wahrscheinlich erstattet bekommen, denn die Bahn kann ich eh‘ vergessen in meiner Situation, aber erst in Wochen, und ich wäre jetzt erst einmal dergestalt blank gewesen, dass ich alle noch ausstehenden Zahlungen für diesen Monat nicht hätte tätigen können.

zeit_buchschrank
Am Partnachplatz gibt es jetzt einen öffentlichen
Bücherschrank, enthaltend auch Zeitungen, hihi…

„Weil… nicht sein kann, was nicht sein darf“…

Das ist es, was ich meine… Ich bastele am Frühstückstisch herum (ich mache die ganze Woche Frühstücksmensch, damit ich nicht kochen brauche und weil junge Menschen früh nicht so hochkommen, und ich backe ja schon dauernd und bin daher schuld, dass Leute dicker werden, aber ich bin ja gern an allem schuld), und dabei wach-phantasiere ich vor mich hin („Kannst Du irgend etwas ganz machen, bei irgend etwas wirklich dabei sein; wo hast Du bloß immer Deine Gedanken; hör auf zu heulen, sonst kriegst Du eine geklatscht, dann hast Du einen Grund zum Heulen!“*), und zwar, wie ich in mein Blog schreibe, ich würde an mein Command Center in UDFy-38135539 schreiben, und in diesem Augenblick höre ich unten die Stimme eines Jungen, der übermütig ruft „Alf!“; mit anderen Worten meine (im doppeltem Sinne) „Höhenflüge“ sofort relativiert werden, indem man mir per Mental-Funk mitteilt, ich wäre nicht „Wash“ Washburne oder Major Tom, der wahrscheinlich inzwischen Lieutenant General oder im Ruhestand ist, sondern Alf, den ich übrigens nur vom Hörensagen und wenigen Minuten zufälligen Fernsehens kenne, aber macht ja nichts, kann alles befohlen werden, har har…

Und nun stelle man sich vor, solche Zufälle (?) passieren tausende Male in etlichen Jahren… C. G. Jung lesen, genau; ich ahne, was im Rotem Buch stehen könnte. Was soll man dazu sagen? – Am besten nichts, ich weiß…

* Wenn ich Kinder hätte, würde ich es genauso machen, trotz Lektüre der Niederschriften diverser Erziehungsgurus, die ohnehin, wie viele andere Größen, gerade vom Sockel geholt werden, siehe die „News“ zu Alice Miller, weil das Unbewusste stärker ist als das Bewusste, was aber überall geleugnet wird; da würde mir dann doch auch die Hand ausrutschen  und so weiter, und die ganze Scheiße würde wieder von vorn losgehen – nee, dann lieber verbiesterter Hagestolz!