Neue sinistre Gedankensplitter des seltsamen K.

Alle sollen mit 100% dabei sein, sonst lohnt es sich nicht, dass ich mich rein knie; vor meinem geistigem Auge ersteht der Frühsport in der Kaserne in L., bei dem ich zum erstem Mal diese Enttäuschung spürte, dass nicht alle voll dabei waren… – Kommt da das Dritte Reich durch, möglicherweise über meine Gouvernante, meine leibliche Mutter? Unbedingter Glaube, unbedingte, kritiklose, ja, reflexionsfreie Hingabe, ohne zersetzenden Intellektualismus  usw. usf.?

(… Herr Martin Schulz, SPD, hat versucht, mit Charisma zu arbeiten; 70 Jahre nach der ärgsten Diskreditierung dieses Ausdrucksmittels…)

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… die Reanimation eines epoché -Menschen zieht sich manchmal sehr, ach…

… Sloterdijks Büchlein habe ich neben meinem Loser-Lotterbette liegen und mitunter sehe ich gar hinein, man hat lichte Momente, in denen Ansätze geistigen Lebens aufscheinen, oder so ähnlich; aber eben habe ich noch etwas Grandioses gefunden, das nun in mir umgeht, oder so ähnlich, weswegen ich es hier posten möchte, und ich möchte das nicht nur, ich tue es auch…

„Seelenleiden zu heilen vermag der Verstand nichts, die Vernunft wenig, die Zeit viel, entschlossene Tätigkeit alles.“ Goethe

Das, schon wieder, geht nun in mir um. Was, wenn eben die Fähigkeit zu entschlossener Tätigkeit hin ist, aber lassen wir das! Den Gedanken hatte ich schon sehr häufig, dass gute Schriftsteller nicht nur gute Psychologen, sondern auch gute Therapeuten wären, tragischer Weise jedoch oft ihre eigene Problematik erkennend, ohne sie lösen zu können. Goethe jedoch hat gelöst, indem er etwa seine Höhenangst in einer Art und Weise anging, dass man nicht umhin kann, von grandioser Vorwegnahme einer der grundlegenden Techniken einer der „Grundrichtungen“ der Psychotherapie, der Verhaltenstherapie, zu sprechen, nämlich der systematischen Desensibilisierung…

In diesem Sinne hier noch was Schönes für Herz und Auge, erlebt am Montag der vergangenen Woche, ach…

(… Opa muss vorm Frühstück wieder schnell die Welt retten…)

Individuation – Abgrenzung; nach dem „Fallen des Vorhangs“ (Thomas Mann) waren die (starren) Strukturen weg, diese Abgrenzung musste nun, weil sie nicht mehr durch die Zugehörigkeit zu einer Klasse, Schicht, Berufsgruppe usw. gewährleistet wurde, selbst bewerkstelligt werden, täglich, im Alltag, als immer neues Austarieren der Balance von Nähe und Distanz; das macht Angst, wie „Entgrenzung“ immer Angst macht (unter anderem oder vielleicht vor allem, weil man als Kind Eins auf den Zeiger bekommen hat, wenn man grenzenlos, „übermütig“ wurde usw.)… es könnte sich lohnen, Geschichte nicht vom Wirtschaftlichem, Ideologischem usw. her zu betrachten, sondern aus dem Psychoclub

Gedanken zum Tag. Vom unterem Rand. Yeah.


01.05.1865 Eröffnung der Wiener Ringstraße*
(die Ursprungsdatei des Bildes ist gemeinfrei)

Auf Seite 10 der Taz vom 22./23.April ist ein Text mit dem Titel „Gedankenübertragung“, in dem berichtet wird, dass die Entwicklungsabteilung der Gesichtsbücherei, ich zitiere wörtlich, „… an einer Technologie arbeitet, die Gedanken direkt in Text umsetzen soll. Mittels Sensoren, die an der Kopfhaut angebracht werden. So sollen wir irgendwann bis zu 100 Wörter pro Minute direkt in den Äther hineindenken können.“

Manchmal kommt ein Gefühl in mir hoch, das ich schon des Öfteren zu beschreiben versucht habe etwa als das menschliche Grundbedürfnis, in die Gruppe integriert sein zu wollen, die man im eigenem Soziotop als tonangebend empfindet, ganz vorn  mitmachen zu wollen, wo die wesentlichen Tendenzen sind und der Zeitgeist poltert usw.

Ich halte dieses Gefühl zuweilen für wichtiger als das Streben nach Macht und Reichtum, ja, mir scheint oft (der Klient sieht sich am Tag der Arbeit neuerlich als Arbeiterführer, im Unbewusstem; auch dies jedoch ist störungsspezifisch, wir berichteten), dass zum Beispiel oder gar vor allem Geld dazu dient, in eben jene eben oben angedeutet erwähnten Kreise zu gelangen.

Macht heißt womöglich nicht, Land und Fabriken und Geld usw. zu besitzen, sondern andere Menschen dazu bringen zu können, die eigenen Wahrnehmungsmuster zu übernehmen, bestenfalls durch demokratischen Disput, schlimmstenfalls durch Terror; Land und Fabriken und Geld usw. dienen „nur“ dazu, den materiellen Rahmen oder Background für die Möglichkeit dieser Weitergabe von Mustern der Weltwahrnehmung zu schaffen.

Seit geraumer Zeit glaube ich, dass auch das Problem schulischer Unterweisung Halbwüchsiger sich mittelfristig erledigt haben könnte in der Weise, die den Kapitalismus unter anderem erfolgreich zu machen scheint, indem nämlich psychologische Probleme durch Technik gelöst werden.

Ich stelle mir vor, dass in nicht allzu ferner Zukunft jedermann beliebig oft Wissen aus einer Art Cloud in sein Gehirn laden und auch wieder löschen können wird. Plant man beispielsweise, ein Haus zu bauen, lädt man alles dazu nötige Wissen über Bauphysik, Baustoffe, Architektur usw. herunter und löscht dieses Wissen wieder, wenn das Haus steht. Das hat natürlich wieder etwas von Aitmatows Mankurt, aber… – siehe den Taz-Artikel. Der seit Jahrtausenden gepflegte Brauch, Menschen in der Blüte ihres Lebens an fünf Tagen in der Woche in mehr oder weniger gut ausgestatteten und mehr oder weniger gut gelüfteten Unterrichtsräumen zu konzentrieren, wo sie den mehr oder weniger gekonnten Darbietungen von Lehrberechtigten zu folgen mehr oder weniger gezwungen sind, wäre damit endgültig erlegt, Pisa wäre gegenstandslos usw.

* Durch unseren herrlichen Kaiser… *hüstel*

Noch immer neigt der Klient zur Idealisierung von Frauen…*


Die Dame steht hier, und immerhin habe ich mich jetzt nah ran getraut…

Mir scheint, und mir scheint außerdem, dass es nicht nur mir so scheint, dass Ideale fehlen, große Ziele, etwas Transzendentes im Sinne Fromms, als etwas über die eigene Existenz und leibliche Bedürfnisse hinaus Weisendes, ein Leuchten am Horizont, eine mitreißende Idee, eine immaterielle Strukturvorgabe, die materialisieren zu sollen viele als lohnend empfinden usw.

Das ist es, was mir fast drei Jahrzehnte nach der Abwicklung des realen Sozialismus  auf der mentalen Zunge liegt, und diese Feststellung ist unabhängig davon, dass ich in den kleinen Dingen des Alltags  keine Leuchte bin usw.; natürlich ist mir klar, dass man hier eskapistische Tendenzen ausmachen könnte, indem man festzustellen nicht umhin kommt, dass Etliche sind, die im Hier und Jetzt nicht recht klar kommen und unter anderem deshalb ein Dort und Irgendwann ersehnen usw.

Das Tragikomische aber daran scheint mir, dass viele Leute im RealSoz etwas im eben angedeutetem Sinne Transzendentes gesehen zu haben scheinen, während er doch im Rückblick als von Anfang an chancenlos erscheint, da, wie immer, psychische Dynamik, insbesondere des Unbewussten, ausgeblendet wurde und deshalb, unter anderem deshalb, alles wieder von vorn los gegangen ist, mit anderem Fassaden-Anstrich, wieder gab es ein Oben  und ein Unten, ein Wir-hier-Drin  und ein Die-da-draußen, wieder gab es Desintegrierte, die rein  wollten, und als das nicht ging oder nicht zu gehen schien, ganz raus  usw. usw. usf.

* Ist aber auch eine Methode, sich von Frauen abzugrenzen – sie anhimmeln… – Sorry!

… noch mehr so „Relativierungen“…

… siehe letztes Posting, finden sich hier und dort… Is‘ ’n „Trend“… (?!)

Erwin Strittmatter war auch für mich der deutsche Aufschreiber, wie sich Strittmatter selbst benamste, von dem ich auch lange nach der Wende glaubte, er wäre „aus einem Stück“… ach ja, die Sehnsucht nach der heilen Welt, den einfachen Lösungen und den Lehrbuch-Vaterfiguren; eine Sehnsucht, die aber auch was mit den Zusammenbrüchen im 20. Jahrhundert zu tun haben dürfte.

(… nein, ich habe nicht die Wende verpennt, ich verarbeite die Abdankung des Kaisers… – ist auch wieder nicht nur „witzig“… immer wieder muss ich in diesem Zusammenhang an die eine Frau bei Maxie Wander denken, die sinngemäß sagte, fast wörtlich, wenn man an der roten Farbe kratzen würde, käme alles Mögliche zum Vorschein, bis zu Kaisers Zeiten… ich glaube, dass diese Behauptung noch heute ihre Berechtigung hat, vielleicht abgesehen von der roten Farbe… ich kenne mehrere Leute, mich selbst nicht eingeschlossen, die Wahrnehmungsmustern unterliegen, welche eindeutig aus kaiserlichen Zeiten stammen… hier greift das grandiose Wort von Rezzoris, Epochenverschleppung… so weit wieder der schriftlich gemurmelte Monolog eines resignierten Lumpenproletariers, der dennoch die Sehnsucht nach einer geistigen Ebene nicht weg gemacht bekommt, ach…)

Noch ’n Götzensturz… – ein heilsamer?

Das wiederholt sich zum wiederholtem Male; ich finde einen alten Beitrag aus meiner Feder bzw. Tastatur, fühle etwas wie Erstaunen, dass ich das geschrieben habe und denke, der wäre ja gar nicht so schlecht; dieser Beitrag ist vom 03.04.2015, ich habe ihn nur ein bisschen redigiert und poste ihn hier, weil er mir ganz brauchbare Gedanken zu enthalten scheint, die ich im mehrfachem Sinne festhalten möchte.

***

Eine Blogfreundin hat mich sehr kürzlich auf diesen Beitrag aufmerksam gemacht, von dem ich nicht sagen will, er hätte mich umgehauen, weil mir das selbst langsam abgedroschen vorkommt, weswegen ich anmerke, und zwar hiermit, dass er in mir umgeht.

Eine Art Trend, dass alle vom Sockel geholt werden, das nichts mehr ist, wie es schien, dass alle Gewissheiten schwinden usw.? – Bla.

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Er sammelt Zitate (zum Besticken von Sofakissen)

Immer wieder dieses garstige Wort „Spießer“, auch in meinen Texten oder wie immer man diese Versuche schriftlicher Erörterungen nennen mag, aber was ist das, ein Spießer?

Grundsätzlich sind es auch hier, oder gerade hier, immer die Anderen… Das kennt jeder – jemand kommt in einen überfüllten Laden oder dgl. und seufzt etwas in der Art „Die Leute!“; er selbst sieht sich offenbar gar nicht als Leut, oder wie „Leute“ in der Einzahl heißt, der den Laden noch voller macht, das machen die Anderen; da steckt übrigens auch wieder die Mama dahinter; jeder in seiner Mutterblase, und es möchten gefälligst alle so ticken, wie man es aus dieser Sphäre gewohnt ist usw.

Spießer sind, so scheint mir, Menschen, die über nichts verfügen, das über das Säugetierische hinaus geht, das auf einer geistigen Ebene Entwicklung ermöglicht, die den Kontakt zu etwas über ihre Person hinaus Gehendem, für Andere Wichtigem und Nützlichem verloren oder nie besessen haben usw.

Schon in meiner Schulzeit hatte ich den Gedanken, den ich nie geäußert habe, dass Gorki mit seinem Roman „Die Mutter“  sich in gewissem Sinn und Ausmaß die Mutter „erschrieben“ haben könnte, die er nicht erleben durfte, und nun habe ich einmal bei Wikipedia „Gorki“ eingegeben, um bei einem Eintrag zu seinem Drama „Die Kleinbürger“  folgende Zitate aus diesem Stück zu finden…

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